Nachtwanderung im Engadin

Um im Engadin Urlaub zu machen zu können, suchten wir uns eines der Hotels in St. Moritz aus. Es lag zentral und ließ absolut keine Wünsche offen. Von hier aus konnten wir gut in den Winterurlaub starten, denn man konnte alpin Klettern gehen, aber Ski- und Snowboard fahren oder eine Kutsch- Ausfahrt machen, wenn einem danach war. Wenn man einen Wunsch hatte, musste man diesen nur an der Rezeption aussprechen und schon wurden kutschen bestellt, Schlittschuhe gemietet oder ein Guide gefunden, der mit einem eine Nachtwanderung macht. Meine Frau und ich machten gern ungewöhnliche Dinge und so haben wir uns für eine Nachtwanderung angemeldet. Im Schnee habe ich so etwas zuvor noch nie gemacht, aber der Guide erzählte uns, dass es so einfacher war die Tiere zu finden. Natürlich war es dann auch ein wenig unpraktisch, weil die Tiere uns auch sehen würden und dann vielleicht uns meiden würden, aber einen Versuch war es wert. Abends trafen wir uns mit dem Guide, der uns die Route erklärte und uns erklärte, was wir nicht tun dürfen. So durfte meine Frau kein Parfüm auflegen, da sie sonst die Tiere verschrecken würde und ich sollte mir richtige Wanderschuhe anziehen, mit denen ich nicht rutschen würde.

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Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Zudem ist dicke Kleidung Pflicht, da man teilweise eine halbe Stunde in der Kälte im Gebüsch verharrt, um die Tiere zu sehen und so sollte man nicht mit den Zähnen vor Kälte anfangen zu klappern. Zwei Stunden später ging es schon für uns los. Wir wanderten erst einmal tief in den Wald. Alleine hätte ich mich das nie getraut. Taschenlampen hatten wir nämlich auch nicht dabei, da wir sonst die Tiere noch mehr verschreckt hätten und so ging das Ganze im Dunkeln von Statten. Zurechtgefunden hätte ich mich so nicht, aber der Guide kennt sich im Engadin sehr gut aus und so hatten wir absolut keine Angst, Es ging sozusagen von einem Gebüsch zum Nächsten und jedes Mal hofften wir Elche oder auch andere Tiere zu sehen. Nach zwei Stunden waren wir wirklich ziemlich durchgefroren und so freuten wir uns, als sich endlich ein Elch blicken lassen hat.